Der Projektkurs der Q1 „Gedenkstätten des Holocaust” der Städtischen Gesamtschule am Michalelsberg unternahm vom 17.02- 23.02.2026 eine tiefgreifende einwöchige Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim [Auschwitz] und Krakau. Diese war geprägt von zutiefst bewegenden und berührenden Erlebnissen, die nicht nur durch die Besuche der eindrucksvollen Gedenkstätten und lehrreichen Workshops, sondern auch durch persönliche Begegnungen und berührende Erfahrungen der Schülerinnen geprägt wurden. Im Mittelpunkt stand das Bewusstsein für die historische Verantwortung und die tiefen, nachhaltigen Auswirkungen der grausamen NS-Verbrechen, die den Schülerinnen auf äußerst eindrucksvolle Weise nähergebracht wurden.
Durch die Besichtigung des Stadtkerns Oswiecims und die intensiven Erfahrungen im Stammlager Auschwitz I sowie dem erschreckend großen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau erhielten die Schüler*innen einen äußerst eindringlichen Einblick in die brutalen und menschenverachtenden Praktiken des Nationalsozialismus und die unvorstellbaren menschlichen Tragödien, die dort stattfanden. Der fesselnde Workshop zu den verheerenden Erlebnissen der Kinder in Auschwitz und der grausamen Zwangsarbeit, schärften das Bewusstsein für die unvorstellbaren Aspekte des Holocausts und die unfassbare Schwere des Leidens der Opfer. Der anschließende Besuch des Dorfes Harmeze und die beeindruckende Kunstausstellung in der Krypta des Franziskanerkloster des Auschwitz-Überlebenden Marian Kołodziej erweiterten das Verständnis für das quälende tägliche Leben sowie das psychische und physische Leid der Häftlinge.
Die bewegende Begegnung in Krakau mit der 94-jährigen Niusia Horowitz-Karakulska, einer der letzten Überlebenden der „Liste Schindlers“, war besonders eindrucksvoll, da
sie mit großen Schwierigkeiten über ihre Erlebnisse sprach. Die Erinnerung an das unvorstellbare Leid und die traumatischen Erfahrungen des Holocausts hatte sie nach wie vor lebhaft vor Augen. Dennoch gelang es ihr, den Schüler*innen auf eindrucksvolle Weise ihre Geschichte näherzubringen und das unglaubliche Überleben unter diesen unmenschlichen Bedingungen zu verdeutlichen.
In Krakau, insbesondere im historischen jüdischen Viertel und der Altstadt, konnten die Schüler*innen die Verbindung zwischen der Schönheit der Stadt und der tragischen Geschichte des Holocausts reflektieren. Der Besuch des Schindler-Museums in der ehemaligen Emaille-Fabrik gab den Jugendlichen einen tiefen Einblick in Schindlers mutige Rettungsaktionen und die Bedeutung von Menschlichkeit inmitten der Grausamkeit des Krieges.
Die aufmerksame Nachbereitung, in der die Schüler*innen ihre eigenen kreativen und wissenschaftlichen Projekte entwickeln, stellt einen wichtigen Schritt dar, um das erlernte Wissen langfristig zu bewahren und weiterzugeben. Die geplante Ausstellung im Stadtmuseum Siegburg wird eine wertvolle und bedeutende Gelegenheit bieten, die Erinnerung an die Opfer des Holocausts lebendig zu halten und die essenzielle Bedeutung von Toleranz, Menschenrechten und einem respektvollen, friedlichen Miteinander zu betonen.
Die Exkursion war somit nicht nur eine tiefgründige Zeit der Reflexion über die Vergangenheit, sondern auch ein kraftvoller Aufruf zur persönlichen Verantwortung in der Gegenwart und in der Zukunft.

