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Juandalynn Abernathy – Patentochter von Martin Luther King Jr.

Die Erinnerungskultur ist ein wichtiges Instrument, um aus Geschichte zu lernen. Die beiden Englisch-Leistungskurse des Jahrgangs 12 besuchten deswegen das Zeitzeug*innengespräch mit Juandalynn Abernathy an der Universität Bonn.

Juandalynn Abernathy, geboren 1954 in Montgomery Alabama, ist die Tochter des Pfarrers Ralph D. Abernathys und Bürgerrechtlers sowie engen Wegbegleiters Martin Luther King Juniors. Sie ist Kings Patentochter. Seit 1981 lebt sie in Deutschland. Sie ist Opern- und Gospelsängerin, schreibt Kinderbücher und ist engagierte Kämpferin gegen Rassismus und Ausgrenzung.

In ihrem Vortrag „Das erste Kind des Civil Right Movements“ erinnerte Juandalynn Abernathy über die von ihrem Vater und Martin Luther King Junior begonnene Bürgerrechtsbewegung in den USA. Sie berichtete von den gewaltfreien Protesten gegen Rassismus und Diskriminierung in den USA. Sie erzählte, dass sie bereits als kleines Kind täglich mit Rassismus konfrontiert wurde. Als Tochter eines Bürgerrechtlers musste sie im Alter von zwei Jahren erleben, wie auf das Haus ihrer Familie ein Sprengstoffattentat verübt worden war. Sie erzählte von Rassentrennung in den USA der 50er Jahre: von getrennten Toiletten, von unterschiedlichen Sitzbereichen in Bussen, von Rassismus in Schulen und davon, dass sie sich gegen die Lehrer*innen nicht wehrte, weil der gewaltfreie Widerstand in ihrer Familie als oberstes Prinzip galt. Sie berichtete, dass trotz vieler Rückschläge, die die Bewegung erlitt, auch von dem, was auf friedlichem Weg durch die Bürgerrechtsbewegung erreicht wurde, vom Ende der Rassentrennung, vom Wahlrecht für Farbige. So erinnerte sie sich an den Besuch der Ice Cream Party des Vizepräsidenten im Weißen Haus, während ihr Vater und Martin Luther King den „Voting Rights Act of 1965“ mitunterzeichneten und von dem Kampf ihres Vaters einen Gedenktag für Martin Luther King durchzusetzen.

Zur aktuellen politischen Entwicklung in der Welt sagte sie, dass sie ihr Sorgen bereite. Hass und Ausgrenzung nähmen zu. Sie erzählte von ihrer Schwester, die als Zeitzeugin in den USA an vielen Universitäten Vorträge halte und davon, dass diese Vorträge mittlerweile der Zensur unterlägen. Dass Juandalynn Abernathy den Mut und die Energie hat, ihren unermüdlichen Kampf gegen Rassismus fortzuführen, gehe auf ihre Familie und Freunde zurück und auf ihren Entschluss, sich nicht unterkriegen zu lassen. Ihr Appell lautete: „Jeder Mensch ist verschieden. Wir müssen aufhören, uns nach dem Aussehen oder der Herkunft zu beurteilen. Wenn wir die Geschichte vergessen, sind wir dazu verdammt, sie zu wiederholen.“

Unsere Jugendlichen waren zutiefst von J. Abernathy beeindruckt und sie sind dankbar, die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung in den USA aus erster Hand gehört zu haben.

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