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Wiedersehen im Frühling: Besuch aus Bihač

Die Vorfreude war auf beiden Seiten groß: Ende April bekamen wir zum zweiten Mal Besuch von Schüler*innen unserer Partnerschule, dem Gimnazija Bihać, aus Bosnien-Herzegowina.

Nach einer 24-stündigen klimafreundlichen Anreise mit Nachtzug und ICE stiegen zehn müde, aber glückliche Schülerinnen sowie ihre begleitenden zwei Lehrerinnen in Siegburg aus, um für eineinhalb Wochen bei uns zu bleiben.

Im vergangenen und in diesem Jahr stand das 14. Ziel für Nachhaltige Entwicklung („Leben unter Wasser“) im Fokus. Gemeinsam arbeiteten zwanzig Oberstufen-Schülerinnen an einem Projekt, bei dem es konkret um den Schutz der Sieg ging. Die Jugendlichen nahmen zum Einstieg an einem Workshop teil, der von der Stiftung „Wasserlauf“ angeboten wurde. Dabei besuchten sie das Wissenshaus Wanderfische, beschäftigten sich mit dem Thema „Plastikmüll“ und untersuchten unter Wasser lebende Kleinstlebewesen. Mit dem Wissen aus dem Workshop wurden später Wasserproben von Rhein und Sieg genommen und untersucht. Die Schülerinnen erstellten darüber hinaus in Arbeitsgruppen eine Website zum Thema, fertigten einen Flyer zum umweltfreundlichen Verhalten an der Sieg an und erarbeiteten ein Theaterstück, in dem die Sieg und die Una, der durch Bihač fließende Fluss, ihre Meinung zu ihrer Verschmutzung äußerten. Alle Ergebnisse wurden am Ende des Projekts den Schüler*innen im Jahrgang 5 präsentiert, die dadurch für das Thema „Wasserverschmutzung“ sensibilisiert wurden.

Natürlich gab es neben der Arbeit am Projekt noch mehr Aktivitäten: In Bonn lernten die Jugendlichen in einer Führung den „Weg der Demokratie“ kennen, wobei die Gruppe aus Bihač bereits viel über die deutsche Geschichte wusste. Speziell die Geschichte des Rheinlands erlebten die Schüler*innen im Freilichtmuseum in Kommern, und natürlich durfte auch ein Besuch des Kölner Doms und der Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld nicht fehlen.

Unsere seit drei Jahren bestehende Schulpartnerschaft ist für beide Schulen ein großer Gewinn: Die Schüler*innen werden durch die Begegnungsreisen offener und mutiger und erleben bei der Arbeit an einem gemeinsamen Projekt, wie ähnlich Probleme im Bereich der Nachhaltigkeit sich auf verschiedene Länder auswirken. Das Thema „EU“ mit den dazugehörigen Beitrittsvoraussetzungen wird durch diese Schulpartnerschaft anschaulich, weil es plötzlich Freundinnen und Freunde aus Bihač betrifft, und ist dadurch nicht nur eine Einheit im Sozialwissenschafts-Unterricht. Und zuletzt stellen die Jugendlichen bei den Begegnungen immer wieder fest, dass ein bestimmtes Alter fast immer mit ähnlichen Interessen, Wünschen und Ängsten zusammenhängt, die länderübergreifend sehr ähnlich sind.

Im nächsten Mai werden unsere Schülerinnen nach Bihač fahren, wieder an einem Projekt zu einem Nachhaltigkeitsziel arbeiten und nicht zuletzt den Schülerinnen aus Bihač für deren Abiturprüfungen die Daumen drücken.

Die Projekte und Begegnungsreisen werden inhaltlich und finanziell von ENSA, einem entwicklungspolitischen Schulaustauschprogramm, unterstützt.

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